3.4.1_laermschutzwand

Niedrig Lärmschutzwände, Ergebnisse der Anfrage Liste Straßwalchen

Die Liste Straßwalchen will nichts Unversucht lassen und mit neueste Technologien  die Straßwalchner Bevölkerung vor Lärmquellen des Schienenverkehrs schützen.

Hier das Antwortschreiben von Gerald Schwarzenberger,
ÖBB Infrastruktur AG, AE Region Mitte

Bezugnehmend auf ihrer Anfrage hinsichtlich der Installierung  von „lichtraumnahen Lärmschutzwände“ im Gemeindegebiet von Straßwalchen , bzw. in den Ortsteilen Quengert u. Taigen
möchten wir ihnen folgendes mitteilen .

Grundsätzlich ist anzumerken , das sich lichtraunnahe ( niedere ) Lärmschutzwände in Österreich erst in der Versuchsphase befinden und daher noch nicht für eine dauerhafte Verwendung vorgesehen sind .
Die von Ihnen als Bsp. angeführten LSW an den Neubaustrecken im Tullnerfeld und in Melk sind ebensolche kurze Versuchswände , welche nach Beendigung der Testphase aufgrund noch vieler ungeklärter Fragen ,
wieder abgebaut werden . Derzeit sind auch keine weiteren Feldversuche mit niederen LSW geplant.

Aus diesen Tests wurden folgende Erkenntnisse gewonnen :

VORTEIL :

  • Gute Abschirmung des Rollgeräusches
  • Gute Abschirmung des Rollgeräusches von entfernten Gleisen sofern Mittelwände ( zwischen den Gleisen ) errichtet werden.
  • Freier Ausblick für Bahnreisende
  • Geringer Eingriff ins Landschaftsbild
  • Geringer Eingriff ins Mikroklima ( Schattenbildung , Windbarriere usw. )
  • Kaum störend für Anrainer ( keine Barriere für Ausblick , keine Beeinflussung der Sonneneinstrahlung usw. )

NACHTEIL :

  • Neu und wenig erprobt
  • Keine Abschirmung von hohen Schallquellen ( Lüfter , Klimaanlagen , Stromabnehmer )
  • Barriere im Nahbereich des Gleises ( Konformität bzgl. Arbeitnehmerschutzgesetz / AschG offen ,bzw. unklar
  • Erschwernisse bei Instandhaltungsarbeiten:
    1. Der Einsatz der Untergrundsanierungsmaschine (AHM) ist jedenfalls nur bei der Demontage der LSW möglich.
    2. Um die Schottbettreinigung ordnungsgemäß (komplette Reinigung des gesamten Schotterbettquerschnittes) und somit auch nachhaltig durchführen zu können, ist ebenfalls die
      Demontage der LSW erforderlich.
    3. Auch bei erforderlicher Schneeräumung ist offen , ob eine Demontage erforderlich ist , oder sonstige besondere Maßnahmen zu setzten sind.
    4. Die in den Pkt.1-3 angeführten Maßnahmen lösen allesamt wesentlich erhöhte Erhaltungskosten aus und führen zu noch massiveren Betriebseinschränkungen bei Erhaltungsarbeiten.
  • Negative Beeinflussung der Schotterbettentwässerung und dadurch vermehrt  auftretende Frostschäden im Gleis-Unter- u. Oberbau.
  • Beeinträchtigung von Transporten mit Lademaßüberschreitung
  • Kleinere Erhaltungsarbeiten in Zugspausen aufgrund erschwerter Austrittsmöglichkeiten des Wartungspersonals nicht mehr möglich .OFFENE noch NICHT GEKLÄRTE FRAGEN :
  • In wie weit behindert lichtraumnahe LSW die Schneeräumung ?
  • Begünstigt lichtraumnahe LSW Schneeverwehungen am Gleis ?
  • Evakuierung von Fahrgästen bei Personenzügen möglich ?
  • Kontrolle des Triebfahrzeugführer an Triebfahrzeug ( Lok ) oder
  • Fluchtmöglichkeit von Gleisarbeitern gegeben ? – Einhaltung der EisbAV muss geklärt werden ?
  • Welche Maßnahmen sind bei Instandhaltungsarbeiten  erforderlich , z. Bsp. Schotterreinigungsmaschine ?
  • Tatsächliche Kosten ?
  •  Sind bei 2-gleisigen Strecken 4 lichtraumnahe LSW erforderlich, um die geforderten Schallreduktionen zu erreichen ?

Eine ganz wesentliche Erkenntnis aus den Pilotversuchen :

  • Die ermittelten Schallreduktionen liegen nur zwischen 1,7 und 4,2dB und stehen damit praktisch in keiner Konkurrenz zu konventionellen Lärmschutzwänden ( Reduktion von mind. 8dB bis 12dB )

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